Auf TikTok, Reddit und in zahlreichen Facebook-Gruppen kursiert derzeit ein brisantes Gerücht: Ab dem Fahrplanjahr 2026 soll die Deutsche Bahn angeblich eine Pflicht zur Sitzplatzreservierung einführen – und pro reserviertem Sitzplatz zusätzlich 5 Euro kassieren. Unter den Hashtags #Reservierungspflicht und #BahnChaos überschlagen sich die Kommentare: „Noch mehr Abzocke!“, „Dann fahre ich gar nicht mehr Bahn!“ und „Was kommt als nächstes?“.
Was steckt hinter dieser Diskussion? Tatsächlich prüft die DB nach eigenen Angaben, wie sie die Auslastung ihrer Züge besser steuern kann, um überfüllte Wagen zu vermeiden. Schon heute wird in stark nachgefragten ICE-Linien zur Reservierung geraten – verpflichtend ist sie aber nicht. Ein Unternehmenssprecher betonte gegenüber mehreren Medien, dass „eine generelle Reservierungspflicht weder beschlossen noch umgesetzt“ werde. Gleichzeitig erinnert die Debatte an andere umstrittene Sparpläne der Bahn, wie etwa den angeblichen Abbau von 23.000 Sitzplätzen in den nächsten Jahren.
Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Reservierungen kosten bei der Bahn aktuell 4,90 Euro in der zweiten Klasse und 5,90 Euro in der ersten Klasse. Würde eine Pflicht kommen, stiege für viele Reisende der Gesamtpreis – vor allem, wenn das Deutschlandticket oder Sparpreis-Aktionen davon ausgenommen wären. Branchenexperten bezweifeln jedoch, dass eine solche Maßnahme kommt: Sie verweisen auf den politischen Druck nach den Pünktlichkeits- und Serviceproblemen der letzten Jahre und auf die Notwendigkeit, Bahnfahren attraktiv zu halten.
Unser Tipp: Auch ohne Reservierungspflicht lohnt es sich, frühzeitig zu buchen und die aktuellen Sparpreis-Aktionen zu nutzen. Mehr Hintergründe zur Lage der Bahn finden Sie in unseren Beiträgen zur Halbjahresbilanz 2025 und zur Deutschlandticket-Preiserhöhung.

